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01.02.2016 11:12
Razzien in neun Bundesländern

Spielmanipulation: Erste Verhaftung


Bei einer Razzia wegen des Verdachts auf Manipulation von Spielautomaten in Deutschland waren am 28. Januar 650 Polizisten in Schleswig-Holstein und acht weiteren Bundesländern im Einsatz. Laut Informationen des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein wurden 114 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht und ein Hauptverdächtiger verhaftet. Die Deutsche Automatenwirtschaft unterstützt die Strafverfolgungsbehörden bei der Aufklärung.

"Einer bundesweit agierenden Tätergruppe wird vorgeworfen, sich erhebliche Gewinne dadurch verschafft zu haben, dass sie in großem Umfang Geldspielautomaten eines namhaften Spielautomatenherstellers manipuliert hat", heißt es in der Pressemitteilung des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein (LKA SH). Umfangreiche Ermittlungen hätten ergeben, dass die Tatverdächtigen über ein bundesweites Netz von Kunden aus dem Bereich von Automatenaufstellern und Spielhallenbetreibern verfügen, die diese illegalen Manipulationen zu ihrem Vorteil einsetzen.

Die Durchsuchungen richteten sich den Behörden zufolge sowohl gegen die Vertreiber als auch die Nutzer der Manipulationssoftware. Neben zwei einsatzbereiten scharfen Schusswaffen in Schleswig-Holstein wurden in allen beteiligten Bundesländern – neben Schleswig-Holstein noch Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Saarland und Berlin – umfangreiche Beweismittel in unterschiedlicher Anzahl beschlagnahmt, darunter auch die gesuchten Speichermedien mit Manipulationssoftware für Geldspielautomaten. Zur Höhe der erzielten Gewinne machte das LKA keine Angaben.

Die Pressereferentin der Deutschen Automatenwirtschaft, Christine Kroke, äußerte sich direkt gegenüber der dpa: Es sei "existenziell wichtig für die in unseren Verbänden organisierten Unternehmer, die sich an Recht und Gesetz halten, unsere Spieldienstleistung sauber zu halten". Daher unterstütze man die Strafverfolgungsbehörden bei der Aufklärung. Wie jede andere Branche sei die Automatenwirtschaft nicht vor schwarzen Schafen gefeit. "Unsere Branche lebt aber von dem Vertrauen der Kunden in unsere Zuverlässigkeit. Wenn dieses Vertrauen erschüttert wird, gerät die Basis für das Automatengeschäft ins Wanken", erklärte Kroke.

Wolfgang Voss, Vorsitzender des Automaten-Verbands Schleswig-Holstein, betonte in einem Interview dem NDR gegenüber, dass sich in der Branche eine eigens vom Bundesverband Automatenunternehmer (BA) eingerichtete Taskforce damit befasse, solche Straftaten zu ahnden. "Undercover Agents" gingen Hinweisen auf Betrugsdelikten nach und brächten sie zur Anzeige.